Kapitel 3 Die MUSEN

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3.1 - DIE SCHMUCKSTÜCKE

Die Manschettenarmreife Aigle Cambon weisen zahlreiche Elemente aus CHANELs Ikonografie auf. Manschettenarmreife, normalerweise an jedem Handgelenk einen, zählten zu den bevorzugten Schmuckaccessoires von Gabrielle Chanel. Das Motiv des zweiköpfigen Adlers wurde von dem Spiegel in ihrem Appartement in der Rue Cambon inspiriert, auf dem der gleiche zweiköpfige Adler thronte. Die Zentrumssteine mit ihrer achteckigen Form greifen die Spiegelfläche des Spiegels auf, die wiederum zufälligerweise die gleiche Geometrie aufweist wie Coco Chanels geliebter Place Vendôme.

3.2 - DIE GESCHICHTE

Gabrielle Chanel erklärte einst „Ich mache die Dinge niemals nur zur Hälfte“ – und ihre Leidenschaft für alles Russische bildete hier keine Ausnahme. Nach ihrer Liebesaffäre mit dem Großfürsten Dmitri entwarf Coco Chanel CUIR DE RUSSIE, ein Parfum, das diese Romanze in einem Flakon einfing. Von da an erfüllte es die CHANEL Boutique an der Rue Cambon, dort, wo russische Aristokratinnen im Exil als Verkäuferinnen und Mannequins untergekommen waren, mit seinem Duft. Diese slawischen Schönheiten verliehen Gabrielle Chanels russisch inspirierten Kreationen zusätzliche Authentizität. Sie wurden gewissermaßen zu einer lebendigen Verkörperung von Chanels Vision der russischen Welten.

„Ich mache die Dinge niemals nur zur Hälfte“ Gabrielle Chanel
Isabelle FIEMEYER, Intimate CHANEL, Flammarion, 2011, S. 149

das Manschettenarmband Aigle Cambon

In diesem Video tragen die beiden Models das Manschettenarmband Aigle Cambon

Das Model trägt das Manschettenarmband Aigle Cambon
Lady Abdy und Gabrielle Chanel
Lady Abdy und Gabrielle Chanel auf dem Rasen von Chanels Stadthaus, 29 Faubourg Saint-Honoré, Paris, 1929.
Abdy

Mit ihrer respekteinflößenden Größe und ihrem eisblonden Haar war Lady Iya Abdy, die während der Revolution aus ihrer russischen Heimat geflohen war, die wohl glamouröseste Figur. Die Presse kürte Adbay zu einer der schönsten ausländischen Frauen von ganz Paris und die großen Fotografen der Epoche waren geradezu versessen darauf, ihr Bildnis festzuhalten.

Für Gabrielle Chanel war Lady Abdy das perfekte Beispiel für die zurückhaltende Eleganz, der auch sie sich verschrieben hatte. Und so wurde Abdy zu einer Muse und zu einer vertrauten Freundin von Chanel. Mit zunehmender Festigung der freundschaftlichen Bande zwischen den beiden Frauen übernahm Lady Abdy immer mehr die Rolle der Botschafterin des Hauses, die bei den Abendveranstaltungen der vornehmen Pariser Gesellschaft Chanels Kreationen trug.

Lady Abdy war beispielhaft für den Look und den russischen Glamour, den Gabrielle Chanel sich zu eigen machte, doch die Bewunderung beruhte auf Gegenseitigkeit. Lady Abdy bemerkte über Coco Chanel: „Ihr Charme war unvergleichlich. Beinahe magisch.“*

* Pierre GALANTE, Les Années Chanel, Verlag Mercure de France, Paris, 1972, S. 124. Alle Rechte vorbehalten.
Lady Abdy auf der Titelseite des Officiel de la Mode
Lady Abdy auf dem Titelblatt von L’Officiel de la Mode, mit einem Look von Gabrielle Chanel, September 1929.

3.3 - SAVOIR-FAIRE

3.3 - SAVOIR-FAIRE

Das Savoir-faire traditioneller Ziselierungstechniken kam zum Einsatz, um den Manschettenarmreif aus Gelbgold mit russisch inspirierten Motiven und Strukturen zu verzieren. Dabei handelt es sich um eine altehrwürdige, komplett von Hand ausgeführte Handwerkskunst.