CHANEL NEWS

31-rue-cambon-the-story-behind-the-facade

31 RUE CAMBON
THE STORY BEHIND THE FACADE

Im 18. Jahrhundert wurde die Rue Cambon nach einem in den Nationalkonvent gewählten, berühmten französischen Revolutionär benannt, dessen Vater Gewebehersteller war.

Die Straßen in diesem Teil von Paris wurden nach der Französischen Revolution erbaut. Um Platz für die Straßen zu schaffen, wurden die Klostergebäude des Couvent de la Conception abgerissen. Einzig die Kirche Notre Dame de l’Assomption blieb zurück, die auch heute noch dort steht. Die später errichteten Bauwerke waren vom Klassizismus geprägt, einem Baustil, der sich durch puristische Linien, konsequente Proportionen, Symmetrie und horizontale Teilungen auszeichnet. Es entstehen glatte Fassaden und ein einheitliches Gefühl für Größe.

Im Jahre 1910 eröffnete Gabrielle Chanel ihren Hutladen, „Chanel Modes“, in der Nummer 21 der Rue Cambon im Pariser Zentrum und nur einen Steinwurf von der Place Vendôme und der Rue Faubourg Saint-Honoré entfernt, im Herzen eines sehr modischen Teils der Stadt.

Schriftsteller des 19. Jahrhunderts, wie beispielsweise Stendhal und Chateaubriand, lebten zeitweise in der Rue Cambon, wo Chanel mit dem renommierten Karikaturisten George Goursat, auch bekannt als „SEM“ zusammentraf. Er kreierte die erste künstlerische Darstellung von Parfum N°5.

Für ihr Talent als Hutmacherin fand sie rasch Anerkennung, sodass Gabrielle größere Räumlichkeiten benötigte. 1918 erwarb sie das gesamte Gebäude mit der Hausnummer 31. Hier erfand sie das Konzept der modernen Boutique: 1921 begann sie, ihre ersten Modeaccessoires sowie ihr erstes Parfum (N°5) vorzustellen, die ihre Bekleidung und Hüte hervorragend ergänzten. Später kamen noch Schmuck und Schönheitsartikel hinzu.

Gabrielle Chanel beanspruchte die Rue Cambon als ihr Territorium und richtete ihr Gebäude aus dem 18. Jahrhundert ganz nach ihren Bedürfnissen ein. Die Boutique wurde im Erdgeschoss untergebracht, während der große Empfangssalon im ersten Stock zur Präsentation ihrer Kollektionen und für Anproben ihrer Haute-Couture-Kleider und -Anzüge vorgesehen war. Das mit Spiegeln ausgekleidete Treppenhaus führte zu ihrem Apartment im zweiten Stock, einem vertrauten, persönlichen Bereich voller Schätze. Im dritten Stock waren das Atelier, in dem heute Karl Lagerfeld tätig ist, sowie lichtdurchflutete Werkstätten gemütlich direkt unter dem Dach gelegen. All ihre Veranstaltungen, darunter Workshops zur Herstellung von Schmuck, Hüten und Sportbekleidung, wurden in diesem Gebäude abgehalten, dessen Gestaltung bis heute unverändert geblieben ist.

In den 1920er-Jahren erweiterte sich Chanel die Straße hinauf und bis 1927 gehörten ihr fünf Gebäude auf der Rue Cambon (Nummern 23 bis 31).

history-of-a-decor

HISTORY OF A DECOR

Schon in den 1930ern setzte Gabrielle Chanel bei ihren Modenschauen in der 31 Rue Cambon auf eine barocke Ausstattung und vergoldete Holzverkleidung. Die beiden Pilaster sind speziell geformte, italienische Kayartiden aus dem 17. Jahrhundert, die heute auf beiden Seiten des Spiegels im Essbereich von Mademoiselles Apartment stehen.

Seit den 1960er-Jahren sind nur noch wenige Spuren dieser theatralischen Ausstattung übrig geblieben, die Gesamtgestaltung ist verschwunden. Der Geist des Hauses bleibt jedoch erhalten, wie das Laufstegdesign für die Haute-Couture-Show Frühjahr-Sommer 2011 verdeutlicht, das ganz offensichtlich an die Originalausstattung und die Spiegel aus dem 18. Jahrhundert in Coco Chanels Apartment erinnerte.

Fotografie links von Roger Schall: Modenschau in der 31 Rue Cambon im Jahr 1938

Fotografie rechts von Olivier Saillant: Haute-Couture-Show im Pavillon Cambon Capucines im Jahr 2011

hautecouture-hauteculture-by-elisabeth-quin

HAUTE COUTURE, HAUTE CULTURE…
BY ELISABETH QUIN

Haute Couture ist aus Träumen, Gold, harter Arbeit und Exzellenz gemacht. Sie ist eine Ode an die Kunsthandwerker des Luxus, gewollter Wahnsinn, fabelhafter Saurier und ein glanzvolles Atlantis, das uns zwei Mal jährlich vom Hocker reißt, und uns die Bestätigung gibt, dass es in Zeiten einer globalisierten Welt mit Automatisierungsprozessen immer noch eine „Schutzzone“ gibt, in der Kleidung in liebevoller Handarbeit über hunderte, wenn nicht sogar tausende Stunden gefertigt wird.

Teilen

Der Link wurde kopiert