CHANEL NEWS

chanel-and-austria-by-francoise-claire-prodhon

CHANEL UND ÖSTERREICH
VON FRANÇOISE-CLAIRE PRODHON

Gabrielle Chanel liebte Österreich und seinen Charme, seine Atmosphäre und die Berglandschaft. Sie liebte die Natur, den Sport und Aktivitäten unter freiem Himmel genauso wie kulturelle Events und das gesellschaftliche Leben. All das gab es in Österreich. In einem Brief an Jean Cocteau am 16. Juli 19922 schrieb sie: „Tzara ist in Tirol – er scheint sich besser zu fühlen, glücklich zu sein – ich werde vielleicht auch hinfahren.“ Wie viele Künstler damals, hielt sich Tristan Tzara dort mit Max Ernst und Paul Eluard auf, weiteren Mitgliedern der Dada-Bewegung.
Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts haben sich Salzburg und das österreichische Tirol zu sehr beliebten Reisezielen entwickelt. In den 1920er Jahren wurden sie noch populärer, als der Regisseur Max Reinhardt, der Komponist Richard Strauss und der Autor Hugo von Hofmannsthal die Salzburger Festspiele ins Leben riefen, ein jährlich im Sommer stattfindendes Opernfestival, das ein elegantes und kulturell begeistertes Publikum anzog.

Zu Beginn der 1930er Jahre reiste Gabrielle Chanel gerne in den berühmten Skiort St. Moritz. Dort lernte Sie Baron Hubert von Pantz kennen, ein sehr attraktiver österreichischer Adliger. Äußerst elegant und charmant besaß er alles, um Gabrielle Chanel zu gefallen. Es entwickelte sich eine Liebesgeschichte, die zwei Jahre lang währte. Zur gleichen Zeit kaufte er Schloss Mittersill, das er in ein prachtvolles Hotel verwandelte.

Schloss Mittersill war sofort ein großer Erfolg, und 1936 beschrieb die amerikanische Vogue das Hotel als „den Ort in Österreich, über den am meisten gesprochen wurde“. Mit seinem anspruchsvollen Niveau und seinen perfekten Manieren gelang es Hubert von Pantz, berühmte Gäste wie den Herzog von Gramont und die Marquise de Polignac anzuziehen. Aber auch Künstler wie Marlene Dietrich, Douglas Fairbanks und Cole Porter. Sie alle liebten die elegante Atmosphäre und den traditionellen Charme. Hier wurden viele Aktivitäten wie Golf oder Gletscherwanderungen angeboten. Auch die Möglichkeit, Trachtenmode aus Loden einzukaufen bot der feinen Gesellschaft reichlich Zerstreuung. Es war im Mittersill, wo Gabrielle Chanel die tadellosen Jacken, die von den Liftboys getragen wurden, entdeckte... Ein Kleidungsstück, an das sie sich in den frühen 1950er Jahren erinnerte, als sie die berühmte Jacke des Chanel-Kostüms kreierte, das 1961 von ihrer Freundin, der in Österreich geborenen Schauspielerin Romy Schneider, getragen wurde...

Françoise-Claire Prodhon

Die Schauspielerin Romy Schneider während eines Fittings mit Gabrielle Chanel in 1961
Giancarlo Botti ©BOTTI/STILLS/GAMMA

paris-salzburg-metiers-d-art-show

PARIS-SALZBURG MÉTIERS D'ART SHOW

Seit 2002 feiert die jährlich erscheinende Kollektion der Métiers d’Art von Chanel die Handwerkskunst, indem sie den Fokus auf Städte richtet, die mit der Geschichte von Chanel verbunden sind. Nach Bombay, Edinburgh und Dallas führt uns Karl Lagerfelds Inspiration in diesem Jahr nach Salzburg in Österreich.

Diese Stadt, die selbst eine große Schwäche für Geschichte und Tradition hat, bietet für die Métiers d’Art-Kollektion von Chanel die perfekte Kulisse. Hier wird das einzigartige Fachwissen der Spezialateliers wie des Schmuckdesigners Desrues, des Federschmuckmachers Lemarié, der Stickereiateliers Lesage und Montex, des Schuhmachers Massaro, des Modisten Michel und des Kaschmirexperten Barrie geehrt.

Die Kollektion wird auf dem aus dem 18. Jahrhundert stammenden Schloss Leopoldskron präsentiert, einer der berühmtesten Rokokoresidenzen in Österreich. Das am Leopoldskroner Weiher gelegene Schloss, das durch den Verlauf seiner Geschichte untrennbar mit dem von Künstlern und Intellektuellen geprägten Leben der Salzburger Gesellschaft verbunden ist, bietet der Kollektion, die am 2. Dezember gezeigt wird, eine prachtvolle Bühne.

Die Einladung zur Métiers d'Art Show Paris-Salzburg

the-metiers-d-art

DIE MÉTIERS D'ART

Die im Dezember präsentierte Kollektion der Métiers d’Art bietet seit 2002 eine Prêt-à-Porter-Kollektion außerhalb des Défilé-Kalenders, um das außergewöhnliche Knowhow der Kunsthandwerksbetriebe zu ehren: den Schmuckdesigner Desrues, den Federschmuckmacher Lemarié, den Hutmacher Maison Michel, den Schuhmacher Massaro, das Stickereiatelier Maison Lesage, das Stickereiatelier Atelier Montex und den Handschuhmacher Causse.

In jedem Jahr wählt Karl Lagerfeld eine Stadt aus, die mit der Geschichte von Chanel oder aktuellen Ereignissen des Unternehmens verbunden ist. Diese Stadt wird so zum roten Faden der Kollektion, die eine Hommage an die Ateliers und ihr detailliertes Fachwissen ist und gleichzeitig die Erkennungsmerkmale von Chanel aufgreift.

Die geschickten Hände interpretieren Saison für Saison die Skizzen von Karl Lagerfeld und verleihen ihnen Leben. “Das geschieht auf eine sprichwörtlich sehr handwerkliche Weise, denn in (dem französischen Begriff) artisanal (handwerklich) steckt das Wort Art (Kunst). Die Kunst, etwas gut zu machen. Eine angewandte Kunst. Und das ist wirklich großartig. Ich glaube, dass das, was diese Kollektion auszeichnet, vor allem die Raffinesse ist, dass man ganz nah herangehen muss, um zu sehen, beinahe zu fühlen, um herauszufinden, wie es gemacht ist und um die Schönheit dieser Arbeit zu genießen“, erklärt Karl Lagerfeld.

Chanel ist das einzige Unternehmen, das eine Kollektion ganz und gar den Métiers d’Art gewidmet hat und sich verpflichtet, das außergewöhnliche Erbe und Fachwissen zu erhalten. In mehr als zehn Jahren hat sich die Kollektion permanent weiterentwickelt und besitzt heute eine eigene Identität. Die Kollektion, die ab Mai in den Boutiquen erhältlich ist, vereint kunsthandwerkliches Knowhow mit Modernität und bietet den Kundinnen elegante und raffinierte Prêt-à-Porter-Kleidung. Die Accessoires – Taschen, Schuhe, Schmuck oder sogar die Knöpfe – spiegeln die Sorgfalt wider, mit der jedes Detail gefertigt wurde. Tokio, New York, Monte Carlo, London, Moskau, Shanghai, Byzanz, Bombay, Edinburgh, Dallas und bald Salzburg: Alle diese Städte haben den Kollektionspräsentationen ein prachtvolles Dekor vorgegeben.

© von Anne Combaz

TEASER VON "REINCARNATION", DEM NEUEN KURZFILM VON KARL LAGERFELD

„Reincarnation“ heißt das Video von Karl Lagerfeld, das die Kollektion Métiers d’Art Paris-Salzburg 2014/15, die am 2. Dezember 2014 in Salzburg präsentiert wird, begleitet.

Dieser neue Kurzfilm war Anlass für Karl Lagerfeld, die künstlerische Zusammenarbeit mit Pharrell Williams, Freund des Hauses und Vertrauter des Designers, zu vertiefen. Der Künstler hat zu „CC The World“, dem Soundtrack von „Reincarnation“, nicht nur die Musik komponiert und die Texte geschrieben – er spielt auch eine der Hauptrollen. Außerdem wird er an der Seite von Cara Delevingne das Gesicht der Kollektion Métiers d’Art Paris-Salzburg 2014/15 sein.

Karl Lagerfeld inszeniert mit dem Duo Geraldine Chaplin - Pharrell Williams eine weitere Episode aus dem Leben Gabrielle Chanels. Im Jahr 1954 befindet sie sich auf einer Spazierfahrt durch die Umgebung Salzburgs. Chanel begegnet in einem Hotel einem jungen Liftboy, dessen Jacke sie später zu ihrer berühmten Chanel-Jacke inspiriert.

Für Karl Lagerfeld war das „der Moment, um den Ursprung der Chanel-Jacke zu zeigen, deren Inspirationsquelle die Jacke eines Liftboys aus einem Hotel in der Nähe von Salzburg in den 1950er Jahren war (...) „Reincarnation“ ist die Geschichte der Jacke eines Liftboys, die als zeitloses Kleidungsstück der weiblichen Garderobe wiedergeboren wird.“

„Reincarnation“ erinnert auch an eine andere Zeit, die des österreichisch-ungarischen Kaiserreichs, die Karl Lagerfeld für eine Nacht inmitten der 50er-Jahre wiederauferstehen lässt.

Karl Lagerfeld erklärt: „All das wäre ohne Pharrell Williams, Cara Delevingne und Geraldine Chaplin gar nicht möglich gewesen. Das Casting ist perfekt. Pharrell ist ein Genie und Geraldine die beste, um die Rolle Gabrielle Chanels im Jahr ihrer Rückkehr zu spielen.“ „Reincarnation“ wird in Salzburg und auf chanel.com am 1. Dezember 2014, dem Vortag des Défilés der Kollektion Métiers d’Art Paris-Salzburg 2014/15, gezeigt.

FOCUS AUF DER CRUISE 2014/15 KOLLEKTION

Die Kollektion ist ab sofort in den Boutiquen erhältlich. Mehr Information auf chanel.com

exhibition-agenda-tribute-to-the-marchesa-luisa-casati-in-venice

AUSSTELLUNGSKALENDER: HOMMAGE AN DIE MARCHESA LUISA CASATI IN VENEDIG

„Die Göttliche Marquise. Über die Kunst und das Leben von Luisa Casati, von der Belle Époque bis in die goldenen Zwanziger.“

„Ich möchte ein lebendes Kunstwerk sein“, erklärt Luisa Casati Stampa eines Tages. Dass ihr Wunsch in Erfüllung ging, hat sie dem extravaganten Lebensstil zu verdanken, der die europäische Elite zu Beginn des 20. Jahrhunderts begeisterte: Man schmückte sich mit lebenden Schlangen oder Colliers aus Glühbirnen, dinierte in der Gesellschaft von Schaufensterpuppen aus Wachs oder stolzierte mit einem Gepardenpaar umher, das an mit Diamanten besetzten Leinen ging. Einer der wichtigsten Orte im Leben der Göttlichen Marquise ist der Palazzo Fortuny in Venedig. Darin findet nun die erste große Ausstellung statt, die ausschließlich ihr gewidmet ist. Sie enthält mehr als 100 Gemälde sowie Zeichnungen, Schmuck, Skulpturen und Fotografien aus privaten Sammlungen und internationalen Museen.

Die Ausstellung zeichnet die gesellschaftlichen und künstlerischen Beziehungen nach, die Luisa Casatis Leben geprägt haben. Ein halbes Jahrhundert lang war sie eine lebende Legende, eine rätselhafte Frau, eine Kunstsammlerin, eine bedeutende Mäzenin, Muse der Symbolisten, der Fauves, der Futuristen und der Surrealisten: eine erstaunliche Verkörperung der Moderne und eines Lebens voller Exzesse, ein Freigeist, der bis heute Künstler und Modehäuser wie Chanel inspiriert.

Das Museum zeigt außerdem eine Skizze von Karl Lagerfeld und ein Kleid der Kollektion Croisière 2010.


Zu sehen bis März 2015
Palazzo Fortuny, San Marco 3958
30124 Venedig

Skizze von Karl Lagerfeld

Teilen

Der Link wurde kopiert