CHANEL NEWS

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HYÈRES FESTIVAL: KARL LAGERFELDS MASTER CLASS

Bei seiner im Rahmen der 15. Internationalen Textil- und Modekonferenz auf dem Hyères Festival stattfindenden Master Class betonte Karl Lagerfeld, dass für die Modedesigner von morgen nichts jemals in Stein gemeißelt sei: „Es hängt alles von den individuellen Wünschen und Fähigkeiten der Person ab, deren Ziel es ist, Kreateur, Modeschöpfer oder Fotograf zu werden“, so Lagerfeld gegenüber Modekritiker Godfrey Deeny, der das Event moderierte.

Lagerfeld gab dem Publikum, unter dem sich auch die Festival-Jury befand, einen Einblick in seine verschiedenen Inspirationsquellen, seinen Beruf und seine Leidenschaften und geizte nicht mit dem ein oder anderen guten Rat für die aufstrebenden Stars des Festivals. „Ich zeichne so, wie ich fotografiere: schnell. Es gibt kein Erfolgsrezept, auf das man sich in seiner Karriere ständig verlassen kann. Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob ich wirklich für diesen Beruf gemacht bin oder wo mein Talent herkommt. Ich weiß jedoch, dass ich niemals aufgehört habe, mich zu verbessern. Heute verschwende ich keine Zeit mehr, bevor ich meine Ideen umsetze.“

Ein Großteil der Veranstaltung bestand darin, dass Karl Lagerfeld dem Publikum seine Herangehensweise an das Entwerfen und Fotografieren erklärte: „Sagen wir einfach, dass ich als Modeschöpfer seit jeher auch an der Fotografie interessiert war, sei es nun analog oder digital … Man kann die beiden nicht vergleichen, das wäre genau so unmöglich und sinnlos, wie zwei unabhängige Lebenswege zu vergleichen.“

Foto von Anne Combaz

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EIN MEISTERSTÜCK DES 20. JAHRHUNDERTS

1923 beauftragten Charles und Marie-Laure de Noailles den Architekten Robert Mallet-Stevens mit dem Bau eines „unendlich praktischen und einfachen Hauses“ auf den Hügeln über Hyères, wo nach Charles de Noailles alles „demselben Prinzip folgt: Funktionalität”.

Kunstwerke von Mondrian, Laurens, Lipchitz, Brancusi und Giacometti, Möbel von Jourdain und der kubistische Garten von Guévrékian: Neben klaren, strukturierten Formen und definierten Kontrasten spiegelt diese entschlossen moderne Avantgarde-Konstruktion auch den Rationalismus wider. Mit 15 Schlafzimmern sowie einer Schwimmhalle und einem Squash-Raum verwandelten die bis 1933 ständig hinzugefügten Anbauten das „einfache Haus“ in ein Anwesen mit einer Fläche von 1800 qm, das sich ganz einer neuen Lebenseinstellung widmet, in der Körper und Natur in Einklang mit dem Geist zu einem werden.

In dieser Oase mit ihren weißen Wänden, geschützt durch eine üppige Gartenlandschaft, mit Blick auf das Mittelmeer und die goldenen Inseln von Hyères sind die Noailles Gastgeber von Dalí, Gide, Breton, Artaud, Poulenc, Lifar, Huxley und den meisten der wichtigen aufstrebenden Künstler der Zeit. Nach dem Tod von Marie-Laure 1970 wurde die Villa von der Stadt Hyères gekauft und fortlaufend renoviert. Heute feiert sie als Kunstzentrum und Künstlerherberge den 30. Geburtstag des Internationalen Festivals für Mode und Fotografie.

Dieser Anlass bietet die perfekte Gelegenheit, die Orte, die Karl Lagerfeld 1955 in einer Reihe von Schwarz-Weiß-Fotografien für die Ewigkeit festgehalten hat, erneut zu besuchen. „Zeitlos modern“ und „verwundbar wie der Augenblick“ erscheint die Villa Noailles leer, vom Lauf der Zeit verändert, und doch noch immer erfüllt von den Begegnungen und dem künstlerischen Schaffen beinahe eines Jahrhunderts. Das Bild lässt die Poesie der Ausstattung erstarren, adelt die Spuren der Zeit und erweckt die Vorstellungskraft – jenseits einer Realität, die sich zuweilen als limitierend erweist.

Sophie Brauner

Fotos von Karl Lagerfeld

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ZWEI REBELLISCHE SEELEN,
FIGUREN DER MODERNE

„Außerordentlich intelligent“, so wurde Coco Chanel von Francis Poulenc gegenüber Marie-Laure de Noailles in den frühen 1930ern beschrieben, bevor die beiden Frauen sich schließlich persönlich trafen. Eine Eigenschaft, die auch die geistreiche Marie-Laure auszeichnete – und das war nicht ihre einzige Gemeinsamkeit.
Wahrheit und Dichtung prägten beide in ihrer Jugend. Gabrielle, ihrerseits, verbarg das Elend ihrer frühen Jahre und erdachte fortan eine Legende. Marie-Laure, die in einem hochgebildeten, privilegierten Umfeld, jedoch ohne Zuneigung aufwuchs, hatte eine einsame Kindheit als Abkömmling einer wohlhabenden deutschen Bankiersfamilie und einem französischen Adelsgeschlecht, das bis auf den berüchtigten Marquis de Sade zurückgeht. Ihre exzentrische Großmutter, die Comtesse de Chevigné, die Marcel Proust teilweise zur Madame de Guermantes inspirierte, sollte sich als wesentlicher Einfluss herausstellen.

Genau wie Gabrielle folgt auch Marie-Laure ihrem künstlerischen Instinkt. Das Hôtel particulier, das sie im Anschluss an ihre Hochzeit mit Charles de Noailles in Paris bezieht, beherbergte bereits eine beeindruckende Kunstsammlung an Werken von Delacroix über Rembrandt und Goya zu Rubens. Das Paar beauftragt den Designer Jean-Michel Frank mit der Neugestaltung der Innenräume – entblößte Räume von monastischen Ausmaßen, seltene Möbelstücke und einzigartige Materialien wie Stroh und Pergament in puristischen Formen. Dieser blanke Sinn für Ästhetik spiegelt sich auch in Marie-Laures Garderobe wider: Sie besaß 40 verschiedene Chanel Kostüme (die meisten davon laut Abbé Mugnier in Schwarz).

In ihrem ständigen Streben nach Verbesserung bevorzugt Coco Chanel als Designerin eine Harmonie der Linien und eine Vereinfachung des Kleidungsstücks, um mehr Bewegungsfreiheit zu ermöglichen. Durch das Vereinen von Schönheit und Funktion erzeugt sie eine neue Modernität.

Gleichermaßen rebellisch und unangepasst genießt Marie-Laure es, zu provozieren. Als eine der Ersten, die die von Gabrielle mutig zur „Bekämpfung der Wirtschaftskrise“ präsentierten Schmuckdesigns salonfähig machten, trägt sie 1932 eine funkelnde Federbrosche in der Vogue.

Chanel revolutioniert die Mode. Marie-Laure, erst Muse und Förderin, später selbst Malerin und Schriftstellerin, trägt ihren Teil zur Kunstgeschichte bei und häuft gemeinsam mit ihrem Ehemann eine eindrucksvolle Sammlung aus Werken von Braque, Picasso, Balthus, Mondrian, Giacometti und Man Ray an. Ganz Paris ist bei dem Paar zu Gast und sie entdecken stets neue Talente, besonders unter den Surrealisten. Sie finanzieren Filmprojekte und unterstützen namhafte Komponisten wie Markevitch, Poulenc und Stravinsky …

Etwas diskreter in ihrer Rolle als Kunstförderin bietet Gabrielle Chanel dem russischen Komponisten und seiner Familie Unterschlupf in ihrer Villa in Garches. Bereits 1942 entwirft sie die Kostüme für Le Train Bleu, ein Ballett von Diaghilev, in dem ein Gemälde von Picasso verwendet wird, sowie für weitere Produktionen wie einen Film von Renoir. Sie unterhält enge Beziehungen zu den Poeten und Künstlern der Avantgarde, darunter Dalí, Nijinski und Visconti. Und Coco ist eng mit Cocteau befreundet, für den Marie-Laure ihr ganzes Leben lang Gefühle hegte … Marie-Laure ist eine hoffnungslose Romantikerin und Coco, die trotz ihrer epischen Liebschaften dazu bestimmt war, allein zu bleiben, gesteht: Eine Frau ist nichts ohne die Liebe.

Sophie Brauner

Marie-Laure de Noailles © Henri Martinie / Roger-Viollet

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30. INTERNATIONALES FESTIVAL FÜR MODE & FOTOGRAFIE IN HYÈRES

Das Hyères Festival begrüßt dieses Jahr Chanel als Ehrengast: Karl Lagerfeld übernimmt die künstlerische Leitung, Virginie Viard ist Präsidentin der Fashion-Jury und Eric Pfrunder Präsident der Fotografie-Jury.

Das fünftägige Event beginnt am 23. April mit einem eindrucksvollen Programm aus Konferenzen, Diskussionsrunden, Workshops und Ausstellungen und richtet sich an Fachleute, Studenten und die interessierte Öffentlichkeit.

Zwei gleichzeitig stattfindende Wettbewerbe vereinen jeweils zehn Modedesigner und Fotografen, die von einer Jury aus Persönlichkeiten und Experten der entsprechenden Bereiche ausgewählt werden. Die Bekanntgabe der diesjährigen Preisträger und die Prämierung finden am 26. April statt.

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FRÜHJAHR-SOMMER EYEWEAR KAMPAGNE

Kristen Stewart ist das Gesicht der neuesten Eyewear Kampagne fotografiert von Karl Lagerfeld.

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DIE GÄSTE

Präsentation der Paris-Salzburg Kollektion, New York

PARIS-SALZBURG IN NEW YORK
DER FILM

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