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©Skizze von Karl Lagerfeld für die Einladung des Défilés Haute Couture Herbst-Winter 2016/17

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©Skizze von Karl Lagerfeld für die Einladung des Défilés Haute Couture Herbst-Winter 2016/17

Tuesday, July 5, 2016

IN DEN ATELIERS DER RUE CAMBON

Betritt man die Ateliers, akzeptiert man, dass die Vorherrschaft eines bestimmten Marken-Images ganz und gar der Ehrfurcht weicht. Stille dominiert, doch sie wird rasch durch leises Atmen durchbrochen, gelegentliche Seufzer und Geräusche von Werkzeugen, die abgelegt und wieder aufgenommen werden, mit denen gearbeitet wird. Das diskrete Aneinanderreiben von Stoff – Tüll oder Satin – fast wie ein Murmeln.

Die Handgriffe fordern Zeit und Geduld heraus. Und wenn jede Näherin ganz für sich und in ihre Tätigkeit versunken zu sein scheint, ist es doch eine kollektive Arbeit, wie bei einer Inszenierung, bei der die Skizzen zu Leben erweckt werden. Die Haute Couture bedeutet aber auch, immer wieder Neuland zu betreten, neue Materialien zu erforschen, sie intuitiv mit Händen und Augen zu erkunden, um daraus eine Silhouette oder eine Form entstehen zu lassen. Das Material zähmen, es begleiten, wie bei einem Ballett, um letztendlich mit dem perfekten Fall abzuschließen.

Die Herausforderung ist eigentlich diese: Die Linien einer Zeichnung in ein Meisterwerk voller unsichtbarer Details zu verwandeln.

Angelo Cirimele

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