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© Robert Doisneau/Rapho

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© Robert Doisneau/Rapho

EDMONDE CHARLES-ROUX

Sie war Mitglied der Résistance, Journalistin und Schriftstellerin: Edmonde Charles-Roux, geboren 1920, ist vor einigen Tagen gestorben. Sie war vor allem eine der tragenden Säulen der französischen Frauenmagazine der Nachkriegszeit.

Nachdem sie 1946 die Gründung der Zeitschrift „Elle“ begleitet hatte, erklomm diese engagierte und talentierte Persönlichkeit die Karriereleiter der französischen „Vogue“, deren Chefredakteurin sie 1954 wurde. Mit der Veröffentlichung von „Palermo vergessen“ debütierte sie gleich mit einem Meisterwerk, denn der Roman wurde mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet. Es war der Auftakt einer brillanten Karriere als Autorin, die sie 1983 an die Académie Goncourt führte, deren Vorsitz sie von 2002 bis 2014 innehatte.

So ist es gewiss kein Zufall, dass die Romanautorin, deren Leidenschaft die Mode war, zwei Werke Gabrielle Chanel gewidmet hat. Mit ihrer ersten Begegnung 1954 haben diese beiden Frauen erkannt, dass sie etwas gemein haben: der Drang nach Unabhängigkeit und die Charakterstärke haben ihr Leben geprägt und sie das Leben führen lassen, das sie gewählt haben. Als ob Edmonde bei der Couturière die Zuversicht gefunden hätte, die ihr noch fehlte, die Silhouette Konturen erhielt, die sich bis dahin nur abgezeichnet hatte. Die junge Journalistin beschließt, Chanel-Kostüm und Perlenkette zu ihrem Look zu machen und über Jahre zu bewahren. „Sie haben einen Stil, der dem der Frauen von Arles ähnelt. Bleiben Sie so, schneiden Sie Ihr Haar nicht ab“, rät ihr Gabrielle.

In ihrem Standardwerk, „Le Temps Chanel“, verneigt sie sich vor der Kreativität von Coco, in „L’Irrégulière“ zeichnet sie ihr einzigartiges Schicksal nach: Eine Frau an der Spitze eines riesigen Unternehmens, dessen Anziehungskraft eine ganze Epoche nachhaltig beeinflusst hat. Eine Kreateurin, die wohl ihr ganzes Leben lang eine „Irrégulière“ war, eine in den Augen der Bourgeoisie nonkonformistische Person. Im Grunde ein bisschen so, wie sie selbst war.

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