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© Courtesy of Paul Ronald, Archivio Storico del Cinema, AFE

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© Courtesy of Paul Ronald, Archivio Storico del Cinema, AFE

Thursday, December 3, 2015

CHANEL & DIE KÜNSTLERVISCONTI

1936. Luchino Visconti war 30 Jahre alt, als er nach Paris kam, dieses strahlende Zentrum intellektueller, kreativer und politischer Köpfe der Vorkriegszeit. Von dem Moment an, in dem er Gabrielle Chanel begegnete, ist er von ihrer Mischung aus “weiblicher Schönheit, männlicher Intelligenz und außergewöhnlicher Energie“ fasziniert. Er lud sie nach Italien ein und stellt sie seiner Familie vor. Sie setzte sich bei Jean Renoir ein, damit er einer seiner Filmproduktionen beiwohnen konnte. Der Regisseur hatte aber eine noch bessere Idee. Er bot Luchino eine Stelle als Assistent an, um ihn bei Regie und Kostümauswahl bei zwei seiner wichtigsten Filme zu unterstützen: „Nachtasyl“ und „Eine Landpartie“. Auch Gabrielle Chanel leistete einen Beitrag zu diesen Filmen. Diese Erfahrung hinterließ einen bleibenden Eindruck bei Luchino und beeinflusste seine Entscheidung, seine Karriere dem Kino zu widmen.

Nach der Produktion von Meisterwerken wie „Die Erde bebt“, „Sehnsucht“ und „Rocco und seine Brüder“ trafen sich Luchino und Gabrielle Chanel 1962 wieder. Er bat sie, die Kostüme für „Boccaccio’70“ zu entwerfen und der Hauptdarstellerin dieses Films, Romy Schneider, ihren Sinn für Eleganz beizubringen. Vor der Kamera sieht man, wie sich die junge Schauspielerin entwickelt, erst in einem Brokat-Ensemble, dann in einem Negligé und anschließend in einem cremefarbenen Kostüm. Sie bewegt sich anmutig, legt einen Gürtel um ihr Kleid. Vor dem Spiegel rückt sie eine Perlenkette zurecht, streicht ihr Haar zurück. Die Verwandlung ist vollendet. Romy ist eine Femme fatale geworden, eine Mischung aus Verführung und Eleganz.

Chanel und Visconti blieben ihr ganzes Leben lang in Verbindung.

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