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© Anne Combaz

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© Anne Combaz

DIE KUNSTSTICKEREI

Die Kunststickerei ist ein Handwerk, das allerhöchste Fingerfertigkeit erfordert. Dabei werden flache oder Reliefmotive aus unterschiedlichsten Materialien wie Baumwolle, Pailletten, Cabochon-Steinen, Federn, Kristallen und Anhängern auf Unterlagen aus leichtem bis luftigem Organza oder Mousseline bis hin zu festen, widerstandsfähigen Stoffen wie Tweed oder Leder gestickt.

Die Verzierung eines Stückes beginnt mit einer Zeichnung, deren Konturen mithilfe von perforiertem Transparentpapier und einer speziellen Mischung aus Harz und Kreide auf den Stoff übertragen werden. Die Stickmaterialien werden eins nach dem anderen mit einer Nadel oder einer Häkelnadel fixiert. Es dauert etwa 20 Stunden, bis ein Probemuster fertig auf einem Stickrahmen präsentiert werden kann.

Eine der Haupttechniken ist die „Lunéville“-Sticktechnik, die nach der gleichnamigen französischen Stadt benannt ist. Diese Technik wird seit 1867 angewandt und wurde eingeführt, um die Arbeit, die bis dahin mit der Nadel ausgeführt wurde, zu vereinfachen und zu beschleunigen. Dabei werden mithilfe einer Art Häkelnadel von der Rückseite des Rahmens alle kleinen Dekorationsmaterialien wie Perlen, Pailletten und Fäden zugeführt. Die Stickerin arbeitet also regelrecht blind und wird ausschließlich von ihrer Erfahrung und ihrer Fingerfertigkeit geleitet.

Eine humorvolle Anspielung sind die „Farfalle“ aus mit Perlen besticktem Leder, die speziell für das Métiers-d’Art-Défilé Paris à Rome 2015/16 von dem Stickereiatelier Lesage gestaltet wurden.

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