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DIE CHANELJACKE
VON FRANÇOISE-CLAIRE PRODHON

Die Geschichte der CHANEL-Jacke begann mit der Erfindung des Kostüms in den frühen 1950er Jahren. Dieses moderne und bequeme Kleidungsstück, das maskuline mit femininen Elementen verbindet, ist die Antwort Gabrielle Chanels auf den Stil der 1950er Jahre, den sie als zu einengend und unvorteilhaft für das Leben der Frauen empfand. „Ein Kostüm von CHANEL ist für Frauen gemacht, die sich bewegen“, erklärt Gabrielle Chanel, und fügt hinzu: „Ich liebe die Frauen und möchte, dass sie Kostüme tragen, in denen sie sich wohlfühlen, mit denen sie Autofahren können und die gleichzeitig ihre Weiblichkeit unterstreichen.“ Der Erfolg zeigt sich unverzüglich, das Kostüm und die Jacke setzen sich durch, sind Synonym für Freiheit und lässige Eleganz.
Die Jacke, die keiner anderen gleicht, hat eine österreichische Herrenjacke zum Vorbild, und wird zu einem Wickelrock mit Kellerfalte getragen. Diese Jacke aus Tweed, einer der Lieblingsstoffe Mademoiselle Chanels, ist wie eine zweit Haut konzipiert: gerade, strukturiert, Verschluss Kante an Kante, ohne Schulterpolster oder steifes Innenfutter.

Um Geschmeidigkeit und Stabilität miteinander zu vereinen wird der vordere Teil der Jacke mit geradem Fadenlauf ohne Brustabnäher gefertigt. Das gleiche gilt für den Rücken, den teilt lediglich eine Naht in der Mitte. Ein vertikaler Einsatz an den Seiten verbindet das Vorder- mit dem Rückenteil. Der Ärmel wird ebenfalls mit geradem Fadenlauf geschnitten und auf dem Scheitelpunkt der Schulter mit dieser verbunden. Außerdem ist der Ellenbogen leicht ausgearbeitet, um sich der Armlinie besser anzupassen und bequem mit jeder Bewegung gehen zu können. Immer die perfekte Bewegungsfreiheit im Kopf, nimmt Mademoiselle Chanel Maß an ihren Kundinnen, während diese die Arme über den Schultern kreuzen. Das Futter der Jacke ist aus Seide, seine Fertigung entspricht denselben Bequemlichkeitskriterien. Eine feine, entlang des Saumes aufgesetzte Metallkette sorgt für den perfekten Fall der Jacke. Eine Paspel (Bordüre aus Rips, Strick...) betont die Konturen der Jacke, die Kanten der Taschen und die Ärmelenden. Darüber hinaus unterstreicht sie den graphischen Aspekt der Jacke. Die Taschen sind so gesetzt, dass man bequem die Hände hineinstecken kann. Schmuckknöpfe schließen die Jacke und sind mit einem Löwenkopf (Sternzeichen von Mademoiselle Chanel), einer Weizenähre, einer Kamelie oder einem Doppel-C-Logo verziert.

Die Jacke ist zu einem berühmten Element des Stils von CHANEL geworden und wird mit jeder Saison neu interpretiert. „Die CHANEL-Jacke hat eigentlich eine österreichische Herrenjacke zum Vorbild. Coco Chanel hat sich ein Kleidungsstück ausgedacht, dass es in dieser genauen Form zuvor nicht gab. Das ist ein Verdienst, das man ihr nicht absprechen kann. Sie gehört zu den Symbolen, die den Stil von CHANEL definieren. Es gibt Dinge in der Mode, die nie aus der Mode kommen. Eine Jeans, eine weiße Bluse und eine CHANEL-Jacke“, erklärt Karl Lagerfeld.

Françoise Claire Prodhon

© Benoit Peverelli

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