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GABRIELLE CHANEL UND BIARRITZ

Die gemeinsame Geschichte von Gabrielle CHANEL und der baskischen Küste beginnt 1915. Boy Capel zeigt ihr während eines Fronturlaubs Biarritz. In diesem berühmten Badeort scheint der tosende Krieg weit entfernt. Viele vermögende Frauen haben Paris verlassen, um hier Zuflucht zu finden und friedliche Tage am Meer zu verbringen. Gabrielle Chanel ist äußerst angetan von der einerseits sportlichen, andererseits mondänen Atmosphäre, die in Biarritz herrscht. Hier entscheidet sie sich, noch im selben Jahr ihr erstes Modegeschäft zu eröffnen, und zwar in einer Villa gleich gegenüber des Casinos.

Der Erfolg lässt nicht auf sich warten. Aus dem benachbarten Spanien, einem neutralen Land, kommen viele Aufträge: vom Königshaus und vermögenden Spaniern, aber auch von französischen Kundinnen, denen der neuartige Luxus von CHANEL gefällt. Seit dem 19. Jahrhundert gehört Biarritz auch zu den Orten, in denen der russische Adel seine Sommerfrische verbringt und dort viele Villen erworben oder gebaut hat. Nach dem Sturz des Zaren flüchten viele von ihnen hierhin. In Biarritz trifft Gabrielle Chanel 1920 Großherzog Dimitri Pavlovitsch wieder, der ein Cousin des Zaren ist. Mit ihm verbindet sie bis 1922 eine Liaison und sie verbringen viel Zeit in unterschiedlichen russischen Villen der baskischen Küste. 1920, Gabrielle Chanel ist mittlerweile eine Referenz in Sachen Eleganz geworden, hat sie einen modernen Stil durchgesetzt, dessen beste Botschafterin sie selbst ist. Eine fließende Silhouette, gekürzte Röcke und Kleider, die die Fesselgelenke befreien, schlichte Kleider mit genau definierten Linien, geschmeidige bequeme Stoffe wie Jersey, aus denen sie Strandkleidung macht, aber auch Rock- und Kleider-Ensembles, die sie als erste trägt.

Ihr Drang nach Freiheit lässt sie das Leben unter freiem Himmel und die schnell vorauseilende Gegenwart genießen. Gabrielle Chanel sonnt sich, trägt ihr Haar kurz. Die Frauen folgen sehr schnell ihrem Beispiel, imitieren diesen Stil, der bereits ein Vorgeschmack ist auf die tiefgreifenden Veränderungen einer Gesellschaft, bereit, sich in das 20. Jahrhundert zu stürzen.

Françoise Claire Prodhon

Photo © CHANEL - Collection Bernstein-Grüber

 

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