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PRÊT-À-PORTER HERBST-WINTER
VON FRANÇOISE-CLAIRE PRODHON


In einem riesigen vergänglichen Supermarkt, dem „Chanel Shopping Center“, aufgebaut unter der Glaskuppel des Grand Palais, hat Chanel seine Prêt-à-Porter-Kollektion Herbst-Winter 2014/15 präsentiert. Hier wurden gleichzeitig Bilder des Pop-Art-Konsums und eines Luxusprinzips erzeugt, die sich wie selbstverständlich in den Alltag integrieren: das Bühnenbild stellt auf humorvolle Weise die Auslagen der großen Supermärkte nach, mit Produkten dekoriert, die dem Anlass entsprechend benannt und gestaltet wurden. Zunächst einmal haben sich die 3400 Gäste durch die einzelnen Gänge mit Getränken, Gewürzen, frischen Produkten und Putzmitteln mit dem Aufdruck „Chanel“ geschlängelt, um anschließend den Platz den 79 Kollektionsmodellen zu überlassen.

Eine Kollektion, mit der Karl Lagerfeld das Chanel-Vokabular auf eine durch und durch moderne Art und Weise interpretiert. Hinzu kommt dieser äußerst urbane Esprit, der ihr eine besondere Dynamik verleiht. Die Mannequins tragen zu den Kostümen, Kleidern und Mänteln farblich passende Sneakers (die Sneakers gibt es auch als hohe Version und werden so zu Schnürstiefeln), und ihre Art zu gehen erinnert an die Heiterkeit von Frauen, die auf flachen Sohlen unterwegs sind. Dieser lebendige Stil und die lockere Silhouette lassen die Kollektion gekonnt mit ihrer Farb- und Materialvielfalt spielen. Farbe ist omnipräsent: Subtile Nuancen für wattigen, bequemen Tweed, flächig einfarbig und knallig von Salatgrün über Karottenorange, Rote-Bete-Pink bis hin zu Zitronengelb, kontrastreich auf sehr schönen geometrischen Prints, die an die Motive der Avantgarde-Künstler des frühen 20. Jahrhunderts erinnern, oder ganz sanft auf irisierendem oder Lamé-Strick. Schwarz, lebendiges oder intensives Silber verleihen den Silhouetten eine klare graphische Struktur.

Aus Tweed sind lange Mäntel oder weite Dreivierteljacken sowie schmale Kostüme und Kleider. Das Kostüm besteht aus 4 oder 5 Teilen, eine Korsage, deren Fischbeinstäbe durch Reißverschlüsse ersetzt wurden, betont die schmale Taille. Es wird (wie die Kleider) über sehr schmalen Hosen oder Leggings getragen, die die Linie verschlanken und gerade die Knöchel bedecken. Gesteppte Stoffe, Trapez- bzw. rechteckige Formen lassen die Mäntel sehr graphisch wirken. Geflochtenes Leder für schmale Jacken, Trompe-l’Oeil-Kleider, fließende Kostüme mit kontrastierenden Paspeln – die Silhouetten dieser Kollektion geben sich mal lässig-elegant, mal sportlich, mal absolut puristisch. Die Accessoires: Kettencolliers mit mit Doppel-C-Logos aus Metall oder Tweed verzierten Vorhängeschlössern, Perlenkaskaden, die wie ein Schal um den Hals geschlungen werden, Sonnenbrillen mit Tweedbesatz, ein Trolley aus gestepptem schwarzen Lackleder oder kleine Taschen verleihen der Kollektion eine unbekümmerte Stimmung.

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