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Tuesday, November 12, 2013

SCHWARZE MAGIE
VON KENNETH GOH

6 Monate nach der Präsentation der Kollektion Croisière 2013 im Loewen Cluster kehrt Chanel erneut nach Singapur zurück, und zwar mit der Fotoausstellung „La Petite Veste Noire“, eine Neuinterpretation der klassischen Jacke von Chanel durch das Duo Karl Lagerfeld und Carine Roitfeld. Die Ausstellung wurde am 8. November 2013 im ArtScience Museum des Marina Bay Sands eröffnet.

Dieses Museum ist eines der originellsten Gebäude Singapurs. Sein Architekt Moshe Safdie erinnert damit an die Lotosblume, deren 10 „Blütenblätter“ jeweils unterschiedliche Galerien innerhalb des Museums beherbergen.

Nach Tokio, New York, London, Paris, Mailand, Peking und Shanghai wird die Ausstellung noch bis zum 1. Januar 2014 in Singapur zu sehen sein. Sie bietet einen ganz neuen Blickwinkel auf die Fotos, die enorm vergrößert wurden und so vollkommen neue Proportionen erhalten haben. Sie wurden so bearbeitet, dass Farbe, Textur und das Spiel von Licht und Schatten fesselnde Kombinationen miteinander eingehen-

3 Ausstellungsräume des ArtScience Museum wurden in einen großen Saal verwandelt, um die 129 Persönlichkeiten, die Karl Lagerfeld für die letzte Ausgabe von „La Petite Veste Noire“ (veröffentlicht im Juli 2013) unsterblich gemacht hat, zu empfangen. Für dieses zweite Opus haben sich zu den 107 ursprünglich fotografierten Persönlichkeiten der ersten Ausgabe, die im September 2012 vorgestellt wurde, 22 weitere gesellt.

Die Fotografien von Karl Lagerfeld illustrieren die Polyvalenz und Zeitlosigkeit der berühmten Jacke von Chanel. Jeder Abzug verdankt seine einzigartige Aussagekraft einerseits den unterschiedlichen Persönlichkeiten wie zum Beispiel Sarah Jessica Parker, die ihre Jacke wie eine Krone trägt, oder dem Top-Model Freja Beja und ihrer Haube. Aber natürlich hat auch die künstlerische Leitung von Karl Lagerfeld dazu beigetragen, der jeder einzelnen Person erlaubt hat, das Kleidungsstück so zu tragen, wie es ihr am besten gefällt, einen einzigartigen und unverfälschten Stil zu erzeugen.
Eines der interessantesten Stücke dieser Ausstellung ist sicherlich der Kurzfilm von Yoko Ono, die sich im Takt ihres eigenen Schlagzeugs bewegt und so einen Rhythmus schafft, wozu nur einer Freigeist und Exzentriker wie sie fähig ist.

Die Ausstellung von Singapur widmet den 22 neuen Fotografien, die auf einen mit Seide bespannten Rahmen aufgezogen sind, eine ganze Wandfläche. Nicht alle sind schwarz gekleidet. Keira Knightley, zum Beispiel, als bezaubernder Couture-Engel. Das chinesische Top-Model Sun Fei Fei stellt eine orientalische Witwe dar, die eine extravagante, mit Chanel-Kamelien besetzte Tiara verschlingt. Sie trägt einen mit einem Drachen bestickten Qipao sowie bedrohliche Metallkrallen, die eine Hommage an das Reich der Mitte symbolisieren. Der Blogger Han Huo Huo liefert seine eigene Interpretation, dunkel und mysteriös, dessen Blick leicht mit Khôl-Kajal verschleiert ist. In einem weiteren Raum thronen 4 Portraits aus feuergraviertem Glas, pro Primärfarbe eines. Keira Knightley in himmlischem Weiß. Sun Fei Fei in schimmerndem Gold (Gelb war im antiken China die Farbe der Könige), die Schauspielerin Zhou Xun in kaiserlichem Rot (Symbol für Glück und Wohlstand in der chinesischen Tradition) und Han Huo Huo in geheimnisvollem Blau.

Eine fabelhafte Nacht. Eine fantastische Ausstellung.
Kenneth Goh, Kreativdirektor, Harper's Bazaar Singapur

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