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KARL LAGERFELD IN DER MASTERCLASS VON SCIENCES PO, PARIS

Der Directeur Artistique von CHANEL kehrt in die Schule zurück. Zwei Stunden lang hat er, der seine Schullaufbahn mit 16 Jahren abgebrochen hat, „weil er keine Zeit hatte“, als Gastdozent vor einem begeisterten Auditorium aus Studenten und Persönlichkeiten eine Vorlesung im großen Amphitheater der renommierten Pariser Fakultät Sciences Po gehalten.

Nach der Begrüßung durch Frédéric Mion, dem Direktor der L’IEP de Paris, hat Karl Lagerfeld offen, scharfsinnig und humorvoll über seine außergewöhnliche Laufbahn berichtet. „Der einfache Zeichner“, so bezeichnet er sich selbst, hat erklärt, wie wichtig es in seinem Leben ist, Wissen anzuhäufen. „Man muss alles wissen! Es gibt so viele Dinge zu tun, zu lesen, zu lernen... Ich plädiere für einen 48-Stunden-Tag!“ Karl Lagerfeld hat seine Vision von der Kreation definiert: „Mein Blick geht mit der Zeit und ich verändere mich ebenfalls mit ihr. In der Mode ist es ganz wichtig, niemals eine feste Position einzunehmen. Wir müssen uns den Entwicklungen der Zeit anpassen und nicht andersherum.“ Er wiederholt vor dem Publikum seine Devise „keinen Kredit auf die Vergangenheit aufzunehmen.“ Die Zuhörer sind aufmerksam, und die Tweets zwitschern mindestens genauso schnell wie der Designer spricht und präzise formuliert.

Zu diesem Anlass gab Karl Lagerfeld einige Informationen zum nächsten Défilé der Kollektion Métiers d’Art 2013/14 bekannt, die am 10. Dezember in Dallas gezeigt wird. Die Wahl dieser Stadt „ist eine Hommage an die USA, die Gabrielle Chanel bei ihrer Rückkehr 1954 ganz alleine unterstützt hat.“ Er hat außerdem die große Bedeutung der Kunsthandwerksbetriebe betont – die bei diesem Défilé im Vordergrund stehen – und derer, die dafür sorgen, dass die Exzellenz dieser französischen Kunstfertigkeit weiterhin fortbesteht. „Ich bewundere die Menschen zutiefst, die die Geduld besitzen, 1000 Stunden an einer Stickerei zu arbeiten. Ich habe nämlich überhaupt keine!“ Nachdem er seinem jungen Publikum anvertraut hat, dass er es sehr bedauert, „kein Klavier spielen zu können“, gibt er ihm noch einen wertvollen Rat mit auf den Weg: „Jeder muss seinen eigenen Weg finden. Nein zur Verallgemeinerung.“


Karl Lagerfeld, Francoise-Marie Santucci und Frederic Mion

Foto von Olivier Saillant

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